In einem Dorf mit erbarmungslosem Föhn, rund um eine lokale Tradition, ein gemeinschaftliches Chabis- und Schaffleischkochen, bringen sich die Dorfbewohner:innen in Position, verschweigen einander Wesentliches, versichern sich ihrer Identität und verwahren sich mehr oder minder erfolgreich gegen Neues.
Nur einem ist das gänzlich gleichgültig, einem alles durchziehenden Fallwind. Gemeinsam der Unbill und der Schönheit des Wetterphänomens ausgeliefert, kommt es zu Verschiebungen in der dörflichen Familienaufstellung, zu Reibungen, Neuanordnungen und einem Knall.
Davon, wie alles zusammenhängt, von wohin die Schuhspitzen zeigen über den Wind hinaus bis zu den schiefhängenden Kupferstichen im Trauungszimmer. Vom Zögern und vom Anlaufnehmen, kurz bevor das Leben die Richtung ändert.
Einen originellen Dorfroman, der aus der grossen Zahl der in den letzten Jahren erschienenen Dorfromane heraussticht.
Noëlle Gogniat beweist ein gutes Sensorium für die genau beobachteten, witzigen Details, die sich zu einem feinen Netz flechten und all das Ungesagte umgarnen. Ihr Buch liest sich leicht und steckt doch voller Raffinesse.
Es ist ein grosses Vergnügen zu lesen, wie Gogniat die Figuren hadern und streiten lässt und manchmal mit einer ganz überraschenden Wendung ihr Schicksal ändert. Mit wenigen, gezielten Pinselstrichen malt Gogniat so ein glaubwürdiges Bild dieser Dorfgemeinschaft. Ein wunderbarer Debütroman dieser vielversprechenden Schweizer Autorin!